New York (dpa) – Ein halbes Jahr nach dem Ende des Bürgerkrieges hat Sri Lanka UN-Angaben zufolge tausende tamilische Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren lassen. Der UN-Hilfskoordinator John Holmes berichtete nach einem Vor-Ort-Besuch am Montag in New York, dass die Flüchtlingslager nunmehr zur Hälfte geleert seien. Die Regierung in Colombo hatte etwa 300 000 Tamilen, die vor den Kämpfen im Norden des Landes geflüchtet waren, in notdürftigen Lagern untergebracht und dort von Militärs festhalten lassen.
Nach dem Sieg der Regierungstruppen über die Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) appellierten die Vereinten Nationen mehrmals an Colombo, die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren zu lassen. Holmes äußerte sich zufrieden darüber, dass die sri lankische Regierung der Forderung inzwischen nachkommt. Allerdings müssten die Heimkehrer, die ihre Häuser oft zerstört und die Umgebung vermint vorfänden, mehr praktische Hilfe bekommen.
Wichtig sei auch, dass mehr Anstrengungen zur Versöhnung zwischen der tamilischen Bevölkerung aus dem Norden und dem Rest des Landes. Die LTTE-Widerstandskämpfer hatten bis zu ihrer Niederlage im Frühjahr gut drei Jahrzehnte für einen unabhängigen Staat auf der Insel im Südwesten von Indien gekämpft. Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa kündigte laut Holmes am Montag (Ortszeit) Landeswahlen für Mitte Januar an. |