Seit 4 Monaten ist der letzte Krieg in Sri Lanka Geschichte. Für Sri Lanka und seinen Präsidenten Rajapakse heisst das Sieg, für die Tamilen hingegen endloser Horror.
Es waren insbesondere auch die westlichen Länder, welche die Tamilen, die in den letzten Kriegstagen im Vanni unter ständigem Beschuss waren, aufforderten, zu fliehen, die Seite zu wechseln. Es wurde ihnen Freiheit und ein Leben in Frieden versprochen. Erhalten haben sie Krankheit und Not, ein Leben hinter Stacheldraht, eingesperrt und fremdbestimmt.
Der Menschenrechtsrat hat bei seiner Sitzung im Juni 2009 auf Ersuchen von Sri Lanka selbst Untersuchungen zu den Geschehnissen während den letzten Kriegswochen abgelehnt. Damit hat er sich erneut als MenschenUNrechtsrat bestätigt und die Menschenrechte werden mit Füssen getreten. Seit wann kann eine betroffene Partei diktieren, ob gegen sie selbst eine Untersuchung durchgeführt werden soll?
Obwohl schon vier Monate seit Kriegsende verflossen sind, ist noch immer nicht bekannt, wie viele Menschen tatsächlich von der srilankischen Regierung gefangen gehalten werden. Internationale Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke, die UNO und das IKRK, haben nur sehr beschränkt Zutritt und Kontakt zu den Festgehaltenen. Das einzige, was mit Sicherheit gesagt werden kann ist, dass von den anfänglich etwa 300'000 gefangenen Tamilen täglich durchschnittlich 1000 Menschen sterben.
Heute fordern wir Tamilen in der Diaspora die UNO auf, von der Regierung in Sri Lanka
- - den uneingeschränkten Zugang von UN- und internationalen Hilfsorganisationen zu den gefangenen Tamilen in den Internierungslagern,
- die medizinische Betreuung und Ernährung der inhaftierten Tamilen,
- die Rückkehr der Tamilen aus den Internierungslagern in ihre Dörfer und Städte,
- die medizinische Betreuung der inhaftierten betroffenen Tamilen,
- den uneingeschränkten Zugang des Roten Kreuzes zu den verschleppten und an unbekannten Orten festgehaltenen Tamilen zu gestatten,
zu fordern.
Nationale Kundgebung in Genf: 28.9.09 – 14.00 bis 17.00 Uhr
Das Memorandum
Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (OHCHR) Palais Wilson 52 rue des Pâquis CH-1201 Geneva, Switzerland
Genf, 28. September 2009
Dringender Aufruf für konkrete diplomatische Massnahmen zur Entlassung der mehr als 260’000 tamilischen Binnenvertriebenen in Sri Lanka
Sehr geehrte Frau Hochkommissarin,
Wir, das Tamilenforum Schweiz, schreiben diesen dringenden Aufruf als Vertreter der tamilischen Diaspora in der Schweiz, der tamilischen Zivilgesellschaft und von Nicht-Regierungsorganisationen, zum Ergreifen konkreter diplomatischer Initiativen, damit die mehr als 260.000 vertriebenen und in Internierungslagern festgehaltenen Tamilen in Sri Lanka freigelassen werden und ersuchen Sie, ihr immenses Leiden während der 12. Session des Menschenrechtsrates in Genf nicht zu vergessen. Wir, die Tamilen in der Schweiz und in Sri Lanka, während wir Ihre kürzlich geäusserten ernsthaften Bedenken und diesbezüglichen Bemühungen schätzen, stellen fest, dass die Not der tamilischen Vertriebenen in Sri Lanka sich weiterhin verschlechtert wegen der unnachgiebigen Haltung der Regierung von Sri Lanka mit ihrer gefühllosen Missachtung der Menschenrechte des tamilischen Volkes. Wie wir alle wissen, sind die jüngsten Berichte von internationalen Menschenrechtsorganisationen und anderen NGOs sowie Videos und Augenzeugenberichte über die in den Internierungslagern festgehaltenen Tamilen erschütternd. Eine unvorstellbare humanitäre Katastrophe bahnt sich an, die zu schlimmen Folgen führen könnte.
Haben wir keine Lehren aus den massenhaften Gräueltaten gegen unsere Mitmenschen in Srebrenica und Ruanda in unserer jüngsten Vergangenheit gezogen? Diese Taten werden sich wiederholen, wenn wir, die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Vereinten Nationen, nichts unternehmen. Die internationale Gemeinschaft hat die Tamilen in Sri Lanka, die bereits unbesungene Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen geworden sind, ihrem Schicksal überlassen. Die der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit Verdächtigten müssen vor Gericht gebracht werden. Rechtsprechung und Verantwortlichkeit sind notwendige Voraussetzungen zum Erreichen eines dauerhaften gerechten Friedens. Die tamilischen Menschen appellieren an die Vereinten Nationen und anderen Institutionen der Welt, für einen gerechten Frieden in Menschenwürde mit der Anerkennung ihrer grundlegenden politischen Bestrebungen zu sorgen. Wir brauchen nicht einen Totenfrieden, sondern einen sinnvollen Frieden. Die aktuellen erniedrigenden und entwürdigenden Bedingungen des tamilischen Volkes in den Internierungslagern gefährden mögliche künftige Friedensbemühungen und fördern nur Groll und Hass in den Herzen der Tamilen auf der Insel Sri Lanka. Das tamilische Volk in diesen Lagern hat seinen Höhepunkt des Leidens erreicht und steht am Rand des Zusammenbruchs. Wenn die UN nicht bereit sind, dringende und konkrete Massnahmen zu ergreifen, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann? Was wir brauchen, ist die Entschlossenheit und die Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft zu handeln. UN-Untätigkeit und auffällige Abwesenheit verleugnet nur die Menschen, die in den illegalen Gefangenenlagern leiden. Diejenigen, die in einer sehr feindseligen Umgebung von Stacheldraht unter Aufsicht von Sri Lankas Streitkräften und Paramilitärs leiden, sind ernsthafter und erniedrigender Behandlung ausgesetzt, was eine Demütigung für die gesamte Menschheit und das menschliche Gewissen ist.
Wir, die Tamilen in der Schweiz, bitten Sie, sofort vor Ort zu handeln und alle notwendigen diplomatischen Initiativen zu ergreifen in Zusammenarbeit mit anderen einschlägigen Gremien der Vereinten Nationen und der EU, um die Not der tamilischen Bevölkerung in den Internierungslagern zu lindern. Wir vertrauen, dass Sie während der laufenden 12. Session des Menschenrechtsrates diese Not vor Augen haben werden. Wir danken Ihnen für Ihre dringenden Überlegungen und Massnahmen.
Mit respektvollen Grüssen, ……………………..… Krishna Ambalavanar Koordinator
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